kecker-raumgestaltung.de https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/ Thu, 14 May 2026 06:34:09 +0000 de-DE hourly 1 Schimmel in der Mietwohnung https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/schimmel-in-der-mietwohnung/ https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/schimmel-in-der-mietwohnung/#comments Mon, 27 Jan 2025 14:51:05 +0000 leistungen schimmel schimmelbefall sanierung schimmel verhindern https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/schimmel-in-der-mietwohnung/ Weiterlesen

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…. da ist der Ärger schnell groß!

Vielleicht haben Sie das ja schon einmal erlebt. Auf einmal sehen Sie dunkle Flecken in der Raumecke oder im Fensterbereich. Bei genauer Betrachtung haben Sie schon das Gefühl, dass es sich um Schimmel handeln kann. Was jetzt?

Der erste Impuls ist meistens, in den Baumarkt zu gehen und eines der vielen Schimmel-Ex-Produkte zu kaufen, um den Schimmel direkt zu beseitigen.

Doch hier kann man als Mieter einer Wohnung schon den ersten Fehler machen.

Bedenken Sie: Schimmelpilze gefährden Ihre Gesundheit und ein falscher Umgang mit dem Schaden kann die Situation noch verschlimmern.


Melden Sie den Schaden Ihrem Vermieter!

Als Mieter haben Sie eine Mitwirkungspflicht, Schäden an der Mietsache zu vermeiden.

Deshalb sollten Sie zuerst Ihren Vermieter über den Schaden informieren, am besten schriftlich. Dokumentieren Sie eventuell den Schaden mit Fotos, Datum der Erkennung, etc.

Das kann eventuell bei Schadensbeurteilung durch einen Sachverständigen hilfreich sein.

Geben Sie auch weiter, wenn sich Verfärbungen auf der Wand innerhalb kurzer Zeit vergrößern. Dies ist ein starkes Indiz auf einen Wasserschaden.


Schimmel beseitigen?

Seien Sie vorsichtig mit dem Selbstversuch der Beseitigung desSchimmelbefalls. Sie sind kein Fachmann und könnten eventuell durch Ihr Handeln den Schaden noch vergrößern. Dies gilt vor allem bei Schimmelbefall, der größer als einen halben Quadratmeter ist. Hier sollte immer ein qualifizierter Fachmann dran.


Erste Maßnahmen

Wenn Sie die Verbreitung der Schimmelsporen verhindern wollen, können Sie den Schadensbereich großflächig mit einer Folie luftdicht verkleben. So verringern Sie die Verbreitung der Schimmelsporen und die gesundheitlichen Belastungen.

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Rechtliche Empfehlungen, falls der Vermieter nicht reagiert, möchte ich hier in meinem Blog nicht abgeben, darf ich auch nicht. Die meisten Vermieter handeln meist verantwortungsvoll und reagieren bei entsprechender Meldung. Informationen gibt es bei den Verbraucherverbänden, beim Mieterbund oder direkt beim Anwalt.


Wieso entsteht der Schimmel?

Das ist eine der zentralen Fragen! Zum einen muss man das wissen, um den Schaden richtig zu beheben. Andererseits stellt sich auch immer wieder die Frage nach dem “Schuldigen” bzw. wer den Schaden bezahlt.

Wenn ein externer Schaden, wie z. B. Undichtigkeiten in der Fassade oder dem Dach, aufsteigende Feuchtigkeit oder einfach ein Rohrbruch die Ursache ist, lässt sich meistens schnell regeln. Auch der Verursacher und somit auch der, der den Schaden bezahlt, ist schnell geklärt.

Schwieriger wird es, wenn kein externer Schaden vorliegt und die Ursache in der Kondensation von Luftfeuchtigkeit gesucht werden muss. Hier kommen häufig unterschiedliche Gründe für das Schimmelwachstum zusammen.

Bei der Kondensation von Feuchtigkeit aus der Innenraumluft an kalten Raumflächen, meistens Decke und/oder Wände kommen zum einen zu hohe Luftfeuchtigkeit, schwierige Untergründe und kalte Oberflächen zusammen.

Die Hauptgründe für das Schimmelwachstum sind Feuchtigkeit und organische Substanzen. Genauer beschrieben wird das auf meiner Internetseite (Link). Fehlt einer der Faktoren, entsteht in der Regel kein Schimmel.

Bei der Beurteilung der Ursache und dem Verursacher des Schadens ermittelt man verschiedene Werte, wie die Temperatur der Innen- und Außenluft sowie die Oberflächentemperatur im Schadensbereich. Zusätzlich braucht man die relative Luftfeuchtigkeit von Innen- und Außenluft und die Materialfeuchte im Schadensbereich.

Mit den ermittelten Werten lassen sich Berechnungen durchführen, die auf die Ursache hinweisen. Es lassen sich auch kleinere Simulationen anstellen, was bei Veränderung bestimmter Werte passieren kann. So kann man zum Beispiel aufzeigen, was bei bestehenden Klimawerten passiert, wenn die Außentemperatur auf bestimmte Werte absinkt.

Aus meiner Erfahrung kommen bei vielen ungedämmten Altbauten, vor allem wenn sie Kunststofffenster mit Doppelverglasung haben, Mängel bei der Gebäudehülle, meist Wärmebrücken und ein nicht angepasstes Lüftungsverhalten zusammen. Hier wird eine genaue Bewertung des Schuldigen noch schwieriger.


Als Mieter gibt es aber verschiedene Möglichkeiten, um Schimmel zu vermeiden:

  1. Richtig lüften
    Einem Mieter ist zuzumuten, dass er mindestens 3x am Tag richtig lüftet. So beurteilen das zumindest viele Gerichte.
    Richtig lüften bedeutet: 3x am Tag die Fenster der Wohnung ganz zu öffnen, die Zimmertüren dazu, so dass ein Luftzug durch die Wohnräume zieht und die alte feuchte Luft mitnimmt und so austauscht. Dauer ca. 5-10 Minuten.
    Der Wärmeverlust ist nicht so dramatisch, wie viele denken. Ein Großteil der Energie steckt in Wänden und Möbeln und entweicht nicht so schnell. Außerdem ist Raumluft mit wenig Luftfeuchtigkeit angenehmer und heizt sich schneller auf. Dafür brauchen Sie dann weniger Energie.
    Sie sollten wenn möglich aber öfter als 3x am Tag Querlüften. Sie bekommen bei dieser Anzahl von Lüftungsvorgängen die Feuchtigkeit nicht komplett abgelüftet. Das liegt auch an unseren dichten Fenstern, die fast überall verbaut sind.
    Verzichten Sie in den Wintermonaten auf die Kippstellung des Fensters zum Lüften.
    Das führt unter Umständen zu neuen Problemen.

  2. Achten Sie auf die Luftfeuchtigkeit
    Investieren Sie in ein vernünftiges Hygrometer, das Ihnen die Raumtemperatur und die relative Luftfeuchtigkeit anzeigt. Die rel. Luftfeuchte sollte sich aus baubiologischer Sicht in folgenden Werten bewegen:

    Ideal: 35 - 55 %
    Gut: 40 - 60 %
    Vorsicht: 30 - 70 % (erste Pilzarten können jetzt wachsen)
    Bedenklich: unter 30 und über 70 % (hier besteht ein sehr hohes Schimmel-Risiko)

    Die Raumtemperatur sollte zwischen 16 und 20/22 Grad Celsius liegen.
    Auf jeden Fall nicht unter 16 Grad Celsius, da ansonsten die Wände auskühlen und somit schneller und bei niedrigeren Luftfeuchtewerten die Kondensation der Feuchtigkeit beginnt.

    Gerade in Schlafräumen sollte, bevor Sie ins Bett gehen, ein möglichst niedriger Feuchtewert vorliegen. Sie erzeugen die nächsten Stunden mehrere 100 ml Wasser, die so zu einem Problem werden können, bevor Sie das nächste Mal lüften.

  3. Keine Temperaturunterschiede in der Wohnung
    Achten Sie auch auf eine gleichmäßige Temperaturverteilung in allen Räumen. Manchmal erlebe ich bei meinen Ortsterminen, dass die Schlafzimmertür über Tag geschlossen bleibt, manchmal wird die Heizung ausgestellt oder zumindest heruntergestellt. Dann ist das Schlafzimmer kühl und wenn man es dann abends betritt, dringt die wärmere Luft der anderen Wohnräume mit höherer Luftfeuchtigkeit in den kalten Raum und die Feuchte kondensiert an den kalten Flächen.
    Das ist eine häufige Ursache für Schimmelschäden.

  4. Die Möblierung
    In vielen Fällen ist auch die Möblierung der Räume die Ursache für Schimmelbildung. Große Schrankwände direkt an der Außenwand führen häufig Schimmelbildung. Versuchen Sie das auf jeden Fall zu vermeiden. Auch kleine Nischen, die zwischen Schrank und Aussenecke bleiben, werden nicht richtig belüftet.
    Wenn es nicht anders geht, versuchen Sie, Abstand zur Wand zu halten, mindestens 10 cm, besser noch mehr. Vielleicht kann man auch “luftiger” möblieren, so dass ein besserer Luftaustausch möglich ist.

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  5. Die Wandgestaltung
    Ich hatte vorher schon einmal gesagt, dass neben Feuchtigkeit auch organische Substanzen Verursacher von Schimmelbildung sind.
    Organische Substanzen bei der Wandgestaltung sind z.B. Rauhfasertapete, Vliestapete, Anstrich und Kleber auf Kunststoffbasis (Dispersionsfarben).
    Zusätzlich sind organische Stäube (normaler Hausstaub) ideale Nährböden für Schimmel.
    Versuchen Sie, auf diese Materialien zu verzichten. Verwenden Sie besser mineralische Putze und Farben, ideal sind hochwertige Kalkprodukte. Diese sind anorganisch (das Gegenteil von organisch), lassen Feuchtigkeit besser diffundieren (die Wand “atmet”) und sind hoch alkalisch, was der Schimmel zum Wachstum nicht mag.

    Einfache Wandgestaltungen, gerade als Alternative zur Rauhfaser, sind Kalkstreichputze, die mit einer Bürste aufgetragen und strukturiert werden. Sie sind auch preislich eine interessante Alternative. Vielleicht beziehen Sie vorher Ihren Vermieter in Ihre Planungen mit ein, damit Sie beim Auszug keine Schwierigkeiten bekommen. Bei Bedarf können wir Sie dabei auch unterstützen.


Sie sehen, die Thematik ist sehr komplex und vielschichtig. Als Laie ist man schnell überfordert, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Versuchen Sie einen Experten hinzuzuziehen, um alles richtig beurteilen zu können. Einfach Schimmel-Killer drauf und die Probleme sind gelöst, endet meist in einer Verschleppung der Probleme und anhaltenden gesundheitlichen Belastungen.

Gerne unterstütze ich Sie bei Problemen mit meinem Wissen und meiner Erfahrung.

Wer vorausschauend handeln möchte, kann auch mein Prophylaxe-Angebot nutzen. In der kalten Jahreszeit biete ich eine Begehung Ihrer Räume. Dabei messe ich die wichtigsten Parameter und suche Wärmebrücken in Ihren Räumen. Zusätzlich schaue ich mir die Möblierung an. Anschließend erläutere ich Ihnen die Gegebenheiten und gebe Ihnen Tipps, wie Sie die Schimmelgefahr in Ihren Räumen minimieren können.

Gerne helfen wir weiter und analysieren die Gegebenheiten. Nutzen Sie unsere verschiedenen Serviceangebote.



Information zu gegenderten Inhalten:

In unseren Texten wird zur Vereinfachung der Lesbarkeit, auch im Lesefluss per Screenreader, und aufgrund der allgemeinen Gewöhnung für alle Interessierten aktuell oft das generische maskulin verwendet. Unsere Inhalte richten sich jedoch grundsätzlich immer an alle Personen jeglicher Orientierung und Selbstidentifikation und soll nicht dem Ausschluss verschiedenster Menschen dienen. Unsere Kundschaft wird von uns immer individuell gemäß eigener Wünsche und Bedürfnisse beraten und betreut.


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Lehm im Altbau https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/lehm-im-altbau/ https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/lehm-im-altbau/#comments Mon, 19 Aug 2024 17:38:00 +0000 lehm altbau raumklima sanierung renovierung https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/lehm-im-altbau/ Weiterlesen

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Wie Sie mit Lehm auch im Altbau das Raumklima verbessern und moderne Gestaltungen realisieren können

Die Renovierung und Sanierung von Altbauten erfreut sich zunehmender Beliebtheit, da historische Gebäude oft einen einzigartigen Charme und eine besondere Geschichte haben. Bei der Sanierung von Altbauten stehen jedoch nicht nur die Erhaltung des historischen Erbes und die Wiederherstellung der architektonischen Details im Vordergrund, sondern auch die Verbesserung des Raumklimas und die Nachhaltigkeit der Baumaßnahmen. In diesem Zusammenhang gewinnen Lehmputze und Lehmfarben immer mehr an Bedeutung.

Bei alten Fachwerkhäusern oder Gutshäusern kann man sich den Einsatz von Lehm sehr gut vorstellen. Doch in einem Haus aus den 50er oder 60er Jahren des letzten Jahrhunderts oder gar in einer Wohnung oder einem Haus, das gerade einmal 10 Jahre alt ist, fällt einem das schon etwas schwerer. Kann bzw. sollte man dort so einfach Lehm einsetzen?

Die klare Antwort lautet: Ja!

Lehmputze – Vielseitig und nachhaltig

Lehmputze sind eine bewährte und nachhaltige Möglichkeit, die Innenräume von Altbauten zu gestalten und zu renovieren. Lehmputze bestehen aus natürlichen Rohstoffen, hauptsächlich aus Ton, Sand und Stroh. Sie sind frei von schädlichen Chemikalien und bieten eine Fülle von Vorteilen:

  1. Regulierung des Raumklimas: Lehm hat die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben, was zu einer natürlichen Regulierung der Luftfeuchtigkeit führt. Dies schafft ein gesundes und angenehmes Raumklima, das insbesondere für Allergiker von Vorteil ist.

  2. Wärmedämmung: Lehmputze haben gute wärmedämmende Eigenschaften und können dazu beitragen, den Energieverbrauch zu reduzieren, indem sie im Winter die Wärme im Raum halten und im Sommer die Hitze draußen lassen. Gerade mit Dämmstoffen aus Holzfaser erzielt man so hervorragende Ergebnisse.

  3. Schallschutz: Lehmputze haben auch hervorragende schalldämmende Eigenschaften, was sie ideal für die Renovierung von Altbauten in städtischen Gebieten macht.

  4. Nachhaltigkeit: Die Herstellung von Lehmputzen verursacht einen geringen ökologischen Fußabdruck, da die Rohstoffe lokal verfügbar sind und die Herstellung wenig Energie erfordert.

Im Neubau kann man sich diese Punkte gut vorstellen. Hier kann man von Anfang an den Einsatz eines Lehmputzes planen und umsetzen. Doch gerade im Altbau sind die Wände schon verputzt. Man möchte auch den bestehenden Putz aus unterschiedlichen Gründen nicht entfernen. Doch auch hier besteht die Möglichkeit, Lehm wirksam einzubringen.

Hierfür muss man sich zuerst einmal die Wirkungsweise des Lehms ansehen. Durch seine hohe Porigkeit und seinen Aufbau besitzt er eine hohe Sorptionsfähigkeit und verändert positiv die Luftionen (weitergehende Informationen findet Ihr hier). Jetzt muss man wissen, dass bei einem Lehmputz von 16 oder 20 mm Schichtstärke ca. 80% des Feuchteaustausches in den ersten 8 mm stattfinden. Diese Eigenschaft kann man gut nutzen, indem man auf bestehende Altputze diese Putz-Schichtstärke von 8 mm aufbringt. Dies kann man durch eine reine Schicht Feinputz oder durch die Kombination Lehm-Feinputz und einem farbigen Lehmdekorspachtel erreichen. Dieser Aufbau bringt eine spürbare und positive Verbesserung des Raumklimas. Dies haben uns unsere Kunden immer bestätigt. Zusätzlich wirkt der Putz, der unter dem Lehmputz liegt, auch noch. Gerade in Häusern aus den 50er, 60er und 70er Jahren findet man häufig noch Kalk-Zement-Putze mit einem hohen Kalkanteil. Hier unterstützt der Kalkputz zusätzlich und erhöht die Wirkung der dünneren Lehmschicht.

lehm schallschutz raumklima verbesserung 01

Wenn eine ausreichende Fläche mit dieser dünneren Lehmschicht bearbeitet wird, reicht die Gesamtmenge an Lehm meistens auch aus, damit die negativ geladenen Ionen des Tons eine angenehmere Luft schaffen.

Ein weiteres spannendes Thema sind Innendämmungen mit Mineralschaum oder Holzfaser, die beide zusammen mit Lehmputzen dabei helfen, Energie zu sparen und gleichzeitig ein super Raumklima erzeugen.

Lehmdekorspachtel - Oberfläche mit Ausdruck

Lehmdekorspachtel sind eine interessante Alternative bei der Renovierung von Wand und Deckenflächen. Sie besitzen nur eine Schichtstärke von 1-3 mm und bringen somit nicht die Menge Lehm und die entsprechend positive Wirkung wie ein richtiger Lehmputz mit. Sie haben aber trotzdem eine ganze Reihe guter Eigenschaften.

In erster Linie sollen Lehmdekorspachtel eine angenehme und ansehnliche Oberfläche erzeugen. Sie bestehen meistens aus feineren Tonen, kombiniert mit feineren Zuschlagsstoffen, zusätzlichen Bindern und je nach Hersteller auch natürlichen Pigmenten. Allen gemeinsam ist, dass auch sie Feuchtigkeit absorbieren können und hoch diffusionsfähig sind. Somit behindern sie nicht, dass Wasserdampf durch den Baukörper wandern kann. Wer also einen alten und hochwertigen Kalk-Zement-Putz auf den Wänden hat, kann schon durch die dünnere Schicht Lehmdekorspachtel das Raumklima positiv beeinflussen.

Zusätzlich bieten die Lehmdekorspachtel je nach Hersteller ein großes Farbenspektrum. Bei Lesando und seinem Lehmdekorspachtel Capriccio kann man aus über 600 Farbtönen wählen. Bei der Farbigkeit haben die Hersteller auch unterschiedliche Philosophien. Während Lesando die Farbigkeit über Pigmente schafft, setzt man z. B. bei Claytec mit seinem Produkt Yosima auf unterschiedlich farbige Tone. Dies führt auch zu unterschiedlichen Oberflächenwirkungen, sodass man sehr schön je nach seinem Geschmack ein gutes Produkt findet.

Die Lehmdekorspachtel bieten auch im Alltag viele Vorteile. So lassen sie sich nach Jahren vollflächig oder wandweise Reinigen. So kann man mehrere Jahrzehnte nur durch Reinigung und ohne neue Renovierung auskommen. Da die Pulvermasse der Lehmdekorspachtel in Ihrer Farbigkeit durchgefärbt ist, kann man entsprechende trockene Reste auch nach Jahren noch anmischen und damit kleinere Beschädigungen oder Nagellöcher beseitigen. Auch das alles Argumente für die gute Nachhaltigkeit von Lehmprodukten.

Lehmwand Beispiel Maler Kecker

Lehmfarben – Natürliche Schönheit

Neben Lehmputzen sind auch Lehmfarben eine ausgezeichnete Wahl für die Gestaltung von Innenräumen in Altbauten. Lehmfarben bestehen ebenfalls aus natürlichen Rohstoffen und sind frei von schädlichen Chemikalien. Sie bieten folgende Vorteile:

  1. Atmungsaktivität: Lehmfarben sind atmungsaktiv und tragen zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit bei, was wiederum zur Schaffung eines gesunden Innenraumklimas beiträgt.

  2. Farbvielfalt: Lehmfarben sind in einer breiten Palette von Farben erhältlich und bieten die Möglichkeit, historische Farbschemata wiederherzustellen oder individuelle Gestaltungskonzepte umzusetzen.

  3. Langlebigkeit: Lehmfarben sind langlebig und behalten ihre Farbintensität über lange Zeiträume.

  4. Nachhaltigkeit: Auch Lehmfarben sind umweltfreundlich und nachhaltig, da sie aus natürlichen Rohstoffen hergestellt werden.

Trotz der vielen Vorteile lohnt sich trotzdem eine genauere Betrachtung der Lehmfarben. Sie bekommen Lehmfarben als fertig angemischtes Produkt oder in Pulverform zum selber anrühren. Einige der fertig angemischten Farben können Konservierungsmittel enthalten, die für allergische Menschen ein Problem sein können. Unsere Lehmfarbe von AURO enthält z. B. keine Konservierungsmittel. Lehmfarben in Pulverform brauchen diese Konservierungsmittel nicht, wie z. B. die Lehmfarbe Bravo von Lesando. Sie wird erst kurz vor der Verarbeitung mit Wasser angerührt und ist auch nur ein paar Tage verwendbar, bevor sie schlecht wird.

Auch bei der Belastbarkeit sind Lehmfarben je nach Hersteller nicht immer mit anderen Produkten vergleichbar. Sie lassen sich häufig durch Wasser wieder anlösen und sind in der Oberfläche nicht ausreichend stabil. Hier hilft die Empfehlung eines erfahrenen Malers oder Fachhändlers.

schichtaufbau lehmputz lehmdekor beispiele 01

In unserem Shop Grüne-Farbe.de finden findige Heimwerker übrigens ausgewählte Lehmprodukte!

gruenefarben entwuerfe 05


Wer sich bisher noch nicht sicher war, ob Lehm im Altbau etwas für ihn sein könnte, ist jetzt sicherlich ein Stück schlauer. Die Verwendung von Lehmputzen und Lehmfarben im Altbau bietet zahlreiche Vorteile, sowohl in Bezug auf die Erhaltung des historischen Charakters als auch auf die Verbesserung des Raumklimas und die Nachhaltigkeit der Baumaßnahmen. Man braucht kein altes Fachwerkhaus, um mit Lehm zu arbeiten. Bei der Renovierung von Altbauten sollten Bauherren und Renovierer daher die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten von Lehm als Baustoff in Betracht ziehen. Die Kombination aus natürlicher Schönheit und ökologischer Verantwortung macht Lehm zu einer attraktiven Wahl für die Sanierung und Renovierung bestehender Räume und Gebäude. Gerade für Heimwerker sind die unterschiedlichen Produkte je nach handwerklichem Können und Talent eine gute Möglichkeit, seine Ideen zu realisieren.

Als Baubiologe und Maler helfe ich Ihnen gerne mit meinem Team weiter. Damit Sie gesund wohnen.




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Lehm und seine Eigenschaften https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/lehm-und-seine-eigenschaften/ https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/lehm-und-seine-eigenschaften/#comments Mon, 08 Jul 2024 17:22:00 +0000 lehm materialeigenschaften materialarten raumklima https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/lehm-und-seine-eigenschaften/ Weiterlesen

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Lehm, ein natürlicher Baustoff, der seit Jahrhunderten verwendet wird, erlebt in der modernen Welt eine bemerkenswerte Wiederauferstehung. Von antiken Lehmziegeln bis hin zu zeitgemäßen Lehmputzen erfreut sich dieser ökologische Baustoff immer größerer Beliebtheit. Doch was macht Lehm so besonders, und wie wirken Lehmputze?

Die Inhaltsstoffe von Lehm

Lehm ist eine Mischung aus verschiedenen Bestandteilen, die in der Regel in folgenden Anteilen vorkommen:

  1. Ton: Ton ist der Hauptbestandteil von Lehm und verleiht ihm seine plastische Konsistenz. Tonpartikel sind sehr klein und haben die Fähigkeit, Wasser zu absorbieren und zu speichern.

  2. Silt: Silt sind feinere Partikel als Ton und verleihen dem Lehm seine Textur und Dichte.

  3. Sand: Sandpartikel sind größer als Ton- und Silt-Partikel und sorgen für Stabilität und Festigkeit im Lehm.

  4. Organisches Material: In einigen Lehmen sind organische Materialien wie Pflanzenreste enthalten, was den Lehm zusätzlich nährstoffreich machen kann.

Zur Wirkung des Tons gehört unter anderem seine Fähigkeit, die Luftqualität in Räumen nachhaltig positiv zu beeinflussen. Dafür muss man verstehen, wie der Ton aufgebaut ist.

Der Ton besteht aus vielen kleinen Silikatplättchen, die schichtweise übereinander liegen. Sie sind im trockenen Zustand durch Elektrostatik miteinander verbunden. Für diese Elektrostatik sind negativ geladene Ionenteilchen verantwortlich. Wenn nun durch das große Porengefüge des Lehmputzes und seiner Absorptionskräfte der Lehmputz mit der Raumluft in Kontakt kommt, gehen die Ionenteilchen vom Lehm auf die Luft über und verbessern so die Qualität der Raumluft. Die Luft wirkt frischer und klarer. Vielleicht haben Sie auch schon einmal von Ionisierungsgeräten gehört, die genau diesen Effekt künstlich bewirken. Aber dafür noch Strom brauchen. Beim Lehmputz erhält man diesen Effekt ganz natürlich. Bisher hat man noch nicht festgestellt, ob sich der Effekt abbaut oder minimiert.

Ein Bild von Händen in Ton, ein sehr vielseitiges Material, dass sich auch in Lehm befindet.


Wenn man einen alten Lehmputz wieder auffeuchtet und ihn so wieder plastisch macht, wird durch das Wasser die verbindende Elektrostatik aufgelöst. Trocknet der Lehmputz durch Verdunstung dann wieder, verbinden sich die Silikatplättchen wieder und der Lehmputz erreicht seine normale Festigkeit.

Dieser Vorgang ist hier natürlich aus Gründen der Anschaulichkeit sehr einfach beschrieben. Die Wirkungsweise der Tone ist sehr umfangreich und vielfältig.

Ein wichtiger Unterschied zu anderen Baustoffen liegt weiterhin in der Trocknung bzw. Erhärtung des Lehms. Als einziger Baustoff, bzw. Putz lässt sich Lehm immer wieder anlösen. Alle anderen Putzarten wie Kalk, Zement oder Gips binden durch einen chemischen Erhärtungsprozess ab und sind unumkehrbar verbunden. Die Aufnahme von Wasser würde sie eventuell schädigen, aber nicht wieder in den ursprünglichen Zustand verflüssigen. Geschweige denn, dass man sie neu verarbeiten könnte. Das ist beim Lehm anders. Wie zuvor schon bei den Eigenschaften des Tons beschrieben, kann der Lehm durch die Aufnahme großer Mengen Wasser in seinen ursprünglichen plastisch-flüssigen Zustand versetzt werden. Dies hört sich im ersten Moment vielleicht komisch an.

Kann mein Lehmputz an der Wand jetzt bei hoher Luftfeuchtigkeit wieder flüssig werden? Nein, das kann er nicht.

Wie schon gesagt, hierfür sind große Mengen Wasser notwendig. Deshalb ist Lehm im Außenbereich nur mit großem Wissen und sehr viel Erfahrung einsetzbar. Aber unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit ist das eine ganz tolle Fähigkeit. So kann bei der Sanierung alter Fachwerkhäuser der Lehm wieder eingesumpft, eventuell mit neuem Lehm vermengt und direkt neu verarbeitet werden. So wird weniger Müll erzeugt und bei neuen Projekten weniger Material verwendet. Mehr Nachhaltigkeit im Baubereich ist kaum vorstellbar. Gerade die Cradle-to-Cradle- Philosphie lässt sich mit Baustoffen aus Lehm hervorragend realisieren.

Auch die Herstellung von Lehm ist äußerst nachhaltig. Bei Neubauprojekten findet man meisten ab einer Tiefe von 70 cm Lehmschichten, die man zum Bauen verwenden könnte. Wenn diese Lehme die notwendigen Prüfungen bestehen, können sie direkt vor Ort verarbeitet werden. So fallen keine großen Herstellungs- oder Transportkosten an. Aber auch bei der konventionellen Produktion von Lehmbaustoffen ist der Einsatz von Energie relativ gering. Am Beispiel der Lehmputze lässt sich das ganz anschaulich erklären:

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Sie bekommen Lehmputze in getrockneter Form, abgepackt in 25 kg Säcken oder als erdfeucht in großen Big-Bags mit einem Gewicht von bis zu einer Tonne. Die erdfeuchte Ausführung muss natürlich nicht großartig getrocknet werden. Somit kaum Energieeinsatz. Für den Einsatz in Säcken wird der Lehm getrocknet, wofür natürlich auch Energie benötigt wird. Die meisten Hersteller versuchen auch hier den Energieeinsatz so gering wie möglich zu halten. Aber grundsätzlich ist beim Lehm, egal ob erdfeucht oder getrocknet, der Energieeinsatz immer um ein Vielfaches geringer als bei Kalk, Zement oder Gips. Diese Produkte werden z. T. bei bis zu 1.400 Grad Celsius gebrannt, wofür große Mengen meist fossiler Brennstoffe eingesetzt werden müssen. Bei der Zementherstellung fällt weltweit mehr CO2 an als im Flugverkehr.

Wer das Klima schützen und nachhaltig renovieren möchte, der trifft mit einem Baustoff auf Lehmbasis immer die richtige Entscheidung.

Die Wirkungsweise von Lehm und Lehmputzen


  1. Feuchtigkeitsregulierung: Lehm hat eine einzigartige Fähigkeit zur Feuchtigkeitsregulierung. Er kann Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben. Dies macht Lehmputz ideal für die Regulierung der Luftfeuchtigkeit in Innenräumen und trägt zur Schaffung eines angenehmen Raumklimas bei.

  2. Luftreinigung: Lehm ist ein natürlicher Luftreiniger. Durch Adsorption können Lehmoberflächen Schadstoffe wie VOCs (flüchtige organische Verbindungen) aus der Luft aufnehmen und binden. Dies trägt zur Verbesserung der Luftqualität bei.

  3. Temperaturregulierung: Lehm hat auch die Fähigkeit, Temperaturschwankungen auszugleichen. Er kann Wärme speichern und bei Bedarf abgeben, was zur Stabilisierung der Raumtemperatur beiträgt und Heiz- und Kühlkosten reduzieren kann.

  4. Schallschutz: Lehmputze haben aufgrund ihrer Dichte auch hervorragende schalldämmende Eigenschaften. Sie reduzieren den Schallpegel und tragen zu einer ruhigen und angenehmen Raumakustik bei.

  5. Ökologische Nachhaltigkeit: Lehm ist ein nachhaltiger Baustoff, der in vielen Regionen der Welt in Fülle vorkommt. Seine Gewinnung und Verarbeitung verursacht im Vergleich zu anderen Baumaterialien geringere Umweltauswirkungen.

  6. Ästhetik: Lehmputze bieten eine natürliche und warme Ästhetik. Sie sind in verschiedenen Farben und Texturen erhältlich und ermöglichen eine vielfältige Gestaltung von Innenräumen.


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Insgesamt sind Lehm und Lehmputze eine umweltfreundliche, gesundheitsfördernde und ästhetisch ansprechende Wahl für den Innenausbau. Ihre einzigartigen Eigenschaften tragen dazu bei, ein angenehmes und nachhaltiges Raumklima zu schaffen, das sowohl die Umwelt als auch die Bewohner positiv beeinflusst. Es ist keine Überraschung, dass dieser traditionelle Baustoff in der modernen Architektur und im Innenausbau wieder an Bedeutung gewinnt.

Als Baubiologe und Maler helfe ich Ihnen gerne mit meinem Team weiter, damit auch Sie vom natürlichen Baustoff Lehm profitieren können.




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Die Bedeutung eines guten Raumklimas für Ihre Gesundheit https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/die-bedeutung-eines-guten-raumklimas-fuer-ihre-gesundheit/ https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/die-bedeutung-eines-guten-raumklimas-fuer-ihre-gesundheit/#comments Thu, 16 May 2024 17:11:00 +0000 lehm raumklima baubiologie gesundheit raumgestaltung https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/die-bedeutung-eines-guten-raumklimas-fuer-ihre-gesundheit/ Weiterlesen

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Ein angenehmes Raumklima ist nicht nur eine Frage des Komforts, sondern es spielt auch eine entscheidende Rolle für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Neben vielen anderen Faktoren ist das Raumklima in großem Maße für die menschliche Gesundheit und das Wohlergehen verantwortlich. In Räumen, in denen das Raumklima nicht optimal ist, können sich verschiedene gesundheitliche Probleme entwickeln. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat dafür sogar den Begriff “Sick-Building-Syndrom - SBS” geschaffen, der die Belastungen in Räumen mit einem schlechten Raumklima beschreibt.

Deshalb ist es von großer Bedeutung, sich mit den Faktoren vertraut zu machen, die ein gutes Raumklima schaffen.

Vor allem der Einsatz chemischer Zusätze und Materialien in Möbeln und Baustoffen führt zu immer mehr Problemen. Während sie vordergründig dazu beitragen können, unseren Alltag bequemer zu gestalten, bergen sie auch erhebliche Gesundheitsrisiken und stellen Nachhaltigkeitsprobleme dar. Zurzeit sind über 20 Millionen verschiedene chemische Verbindungen bekannt. Ihre Eigenschaften und vor allem ihre Wirkung auf den menschlichen Organismus sind aber nur bei einem ganz geringen Bruchteil bekannt und erforscht. So muss man sich nicht wundern, dass die Zahl der Allergiker stetig steigt (siehe ÄrzteBlatt März 2011). Bei größeren Problemen kann ein Baubiologe oder Umweltanalytiker weiterhelfen.
Wie genau das funktioniert, erfahren Sie hier: Wohnen und unsere Gesundheit

Ein schlechtes Raumklima fördert aber auch die Belastungen durch natürliche Keime und Sporen. Hier ist besonders die Problematik der Schimmelsporen zu nennen, deren Wachstum durch zu hohe Luftfeuchtigkeit und zu geringem Luftaustausch gefördert wird.


Schwarz-Weiß Bild eines tristen, dunklen, feuchten Raumes, mit wenig Lichteinfall und alten Möbeln.


Gefahren eines schlechten Raumklimas

Ein schlechtes Raumklima kann weitreichende Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Darum ist es wichtig, Symptome und Erkrankungen zu kennen, die durch ein schlechtes Raumklima ausgelöst werden können. Häufige Probleme sind:

  1. Atemwegserkrankungen: Ein schlechtes Raumklima, insbesondere hohe Luftfeuchtigkeit und Schimmelbildung, kann Atemwegsprobleme wie Asthma und Allergien verschlimmern oder auslösen.

  2. Kopfschmerzen und Müdigkeit: Unzureichende Belüftung und schlechte Luftqualität können zu Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsproblemen führen.

  3. Infektionsrisiko: In Räumen mit schlechtem Raumklima können sich Krankheitserreger leichter ausbreiten, was das Risiko von Infektionen erhöht.

  4. Trockene Haut und Schleimhäute: Zu geringe Luftfeuchtigkeit kann zu trockener Haut, Reizungen der Schleimhäute und sogar zu Nasenbluten führen.

  5. Schlechter Schlaf: Ein schlechtes Raumklima kann den Schlaf stören, was sich negativ auf die körperliche und geistige Gesundheit auswirken kann.

  6. Hormonelle Störungen: Endokrine Disruptoren in Möbeln und Kunststoffen können hormonelle Störungen und sogar Krebs verursachen.

  7. Kinder und Schwangere: Kinder und Schwangere sind besonders anfällig für die Auswirkungen von Chemikalien in Innenräumen, da sich ihre Organe und ihr Immunsystem noch entwickeln.

Solche Symptome können natürlich eine Vielzahl anderer Ursachen haben und sollten immer zuerst mit dem Hausarzt besprochen werden. Aber wer sich damit plagt, sollte auch mal die eigene Wohnung oder den Arbeitsplatz als Auslöser in Betracht ziehen. Eine einfache Begehung der Räume mit einem Baubiologen kann unter Umständen schnell erste Erkenntnisse bringen.

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Faktoren für ein gutes Raumklima

Auf die Frage, ob man sich ein gutes Raumklima wünscht, werden die meisten Menschen sicherlich mit “Ja” antworten. Manchmal fällt es uns aber auch schwer, die Auslöser für ein schlechtes Raumklima direkt zu erkennen. An folgender Auflistung sieht man sehr gut, welche Faktoren ein gutes Raumklima schaffen:

  1. Temperatur: Die Raumtemperatur sollte angemessen sein, um ein komfortables Gefühl zu vermitteln. Die ideale Temperatur liegt normalerweise zwischen 18°C und 22°C.

  2. Luftfeuchtigkeit: Die Luftfeuchtigkeit sollte in einem optimalen Bereich von 40% bis 60% liegen, um Haut und Atemwege gesund zu halten.

  3. Luftqualität: Eine gute Luftqualität ist entscheidend. Dies bedeutet ausreichende Belüftung, um frische Luft hereinzulassen und Schadstoffe zu entfernen.

  4. Schadstoffe und Allergene: Achten Sie darauf, Schadstoffe wie Tabakrauch, VOCs (flüchtige organische Verbindungen) und Allergene zu minimieren, um die Luftqualität zu verbessern.

  5. Licht und Lärm: Natürliches Licht und eine angemessene Geräuschkulisse tragen ebenfalls zu einem gesunden Raumklima bei.

  6. Pflanzen: Zimmerpflanzen können die Luftqualität verbessern, indem sie Schadstoffe abbauen und die Luftfeuchtigkeit erhöhen.

  7. Regelmäßige Wartung: Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen sollten regelmäßig gewartet werden, um sicherzustellen, dass sie ordnungsgemäß funktionieren.

  8. Sorptionsfähige Baustoffe: Solche Baustoffe sind in der Lage, größere Mengen eines Stoffes aufzunehmen. In Wohnräumen ist dies idealerweise die Feuchtigkeit der Raumluft. Dies können aber auch Schad- oder Geruchsstoffe sein. Diese Fähigkeiten haben vor allem Lehm, Kalk und Holz.

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Insgesamt ist die Schaffung eines gesunden Raumklimas von entscheidender Bedeutung, um Gesundheitsproblemen vorzubeugen und das Wohlbefinden zu fördern. Indem Sie die genannten Faktoren berücksichtigen und Maßnahmen zur Verbesserung des Raumklimas ergreifen, können Sie sicherstellen, dass Ihre Räume zu einem Ort werden, an dem Sie sich wohlfühlen und gesund bleiben.

Gerade als Maler und Baubiologe fällt mir dabei eine wichtige Rolle zu, um ein gesundes Raumklima zu schaffen. Die kritische Auseinandersetzung mit den eingesetzten Materialien und ihren Inhaltsstoffen spielen eine genauso wichtige Rolle wie der Einsatz der “richtigen” Baustoffe, um ein gesundes Raumklima zu erreichen. Aus diesem Grund setzen wir auch verstärkt auf den Einsatz von Putzen und Farben auf Basis von Lehm und Kalk. Wir kennen unsere Hersteller und Handelspartner und wissen, dass sie wie ich gesunde und nachhaltige Baustoffe wollen. Durch unsere Erfahrung aus über zwei Jahrzehnten Verarbeitung kenne ich auch die Berichte unserer Kunden, die nach unseren Renovierungen von einem ganz anderen, ja viel besseren Raumklima berichten.

Also:

Natürlich renovieren - gesünder wohnen - besser leben!




Information zu gegenderten Inhalten:

In unseren Texten wird zur Vereinfachung der Lesbarkeit, auch im Lesefluss per Screenreader, und aufgrund der allgemeinen Gewöhnung für alle Interessierten aktuell oft das generische maskulin verwendet. Unsere Inhalte richten sich jedoch grundsätzlich immer an alle Personen jeglicher Orientierung und Selbstidentifikation und soll nicht dem Ausschluss verschiedenster Menschen dienen. Unsere Kundschaft wird von uns immer individuell gemäß eigener Wünsche und Bedürfnisse beraten und betreut.

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Wohnen und unsere Gesundheit https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/wohnen-und-unsere-gesundheit/ https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/wohnen-und-unsere-gesundheit/#comments Sat, 06 Apr 2024 17:59:00 +0000 baubiologie gesundheit sanierung renovierung https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/wohnen-und-unsere-gesundheit/ Weiterlesen

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Ist Ihnen Ihre Gesundheit wichtig?! Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung und machen regelmäßig Sport! Warum achten Sie dann beim Wohnen nicht auf Ihre Gesundheit?

Sollten Sie das schon tun, dann bitte ich um Entschuldigung! Aber aus meiner Erfahrung ist es häufig anders.

Decken und Wände werden mit Kunststoff versiegelt, Bodenbeläge mit ausgasenden Klebern oder Weichmachern verlegt, die Möbel vielleicht aus Spanplatte mit Formaldehyd. Und wenn Sie ein altes Haus bewohnen, wissen Sie, was Ihnen Ihre Vorgänger hinterlassen haben? Flammschutzmittel, Asbest oder Schimmel sind nur einige der bösen Geschenke, die man da finden kann.

Vielleicht denken Sie nun, "Na, das bisschen ist doch kein Problem!”. Doch, haben Sie sich mal bewusst gemacht, wie lange Sie sich in Räumen aufhalten?

Fast 80% Ihrer Zeit verbringen Sie in Räumen, egal ob im Büro, am Arbeitsplatz oder Zuhause. In Ihrem Schlafzimmer halten Sie sich zwischen 6 bis 8 Stunden auf und die ganze Zeit können Sie vielleicht mit Stoffen in Kontakt kommen, die Ihre Gesundheit belasten oder angreifen können.

Besonders bedenklich ist die Menge an chemischen Stoffen, die immer wieder neu hergestellt und in Umlauf gebracht werden. Mittlerweile sind es mehr als 20 Millionen und ihre Wirkung auf den Menschen ist in den meisten Fällen nicht erforscht. Muss man sich da noch wundern, dass die Zahl an Allergien, Sensibilitäten oder Unverträglichkeiten immer weiter steigt? Auch die Menschen, die hochsensibel reagieren und dadurch extreme Einschränkungen ihres Lebens erfahren, wächst immer weiter.


Der Baubiologe als Helfer und Partner!


Immer öfter erlebe ich es bei Kunden, die um die 50 oder 60 Jahre alt sind und von heute auf morgen von massiven Einschränkungen durch Überreaktion des Körpers erzählen. Eine Kundin reagierte plötzlich sensibel auf das Tageslicht. Woran es lag, konnte ihr bisher kein Arzt sagen.

Für Belastungen, die in Bürogebäuden auftreten, hat man sogar den Begriff des Sick-Building-Syndroms geprägt. Diese Erscheinung ist von der Weltgesundheitsorganisation WHO sogar als Krankheit anerkannt worden. An diesem Beispiel sieht man, welche Bedeutung ein gesundes Raumklima haben kann.

Unsere Gesundheit ist von vielen Faktoren abhängig. Natürlich spielen die Grundkonstitution, die Genetik und die Erbmasse eine wichtige Rolle. Das ganze Leben über setzen wir uns Belastungen aus, die mehr oder weniger Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben.

Um sich die Problematik zu veranschaulichen, muss man sich unseren Körper wie ein großes Gefäß oder ein Fass vorstellen. Unten haben wir einen Ablauf, durch den das, was hereinkommt, wieder abläuft. Wenn wir aber mehr hineinschütten, als unten ablaufen kann, dann füllt es sich immer weiter an und läuft irgendwann über, sprich wir werden krank.

Klarer wird der Effekt in folgendem Schaubild erklärt:

Es muss also unsere Aufgabe sein, all diese Faktoren, die auf unsere Gesundheit einwirken, so in Balance zu halten, dass das „Fass“ nicht überläuft. Natürlich ist das „Fass“, sprich das, was unser Körper aufnehmen kann, bevor er negativ reagiert bei jedem Menschen unterschiedlich.

Jetzt haben Sie die Möglichkeit, auf diese Belastungen zu reagieren. Sie gehen zu einem Ernährungsberater oder lesen Bücher rund um Ernährung. Sie holen sich ein Abo für das Fitnessstudio oder nehmen sich direkt einen Fitnesstrainer. Aber wer hilft Ihnen , wenn Ihr Schlafplatz Ihren Schlaf stört, das Raumklima Schimmelwachstum fördert oder andere Schadstoffe auf Ihren Körper einwirken?

Bei solchen Schwierigkeiten ist ein Baubiologe der richtige Ansprechpartner. Baubiologen kennen die Zusammenhänge zwischen Mensch, Gebäude und Natur. Meistens haben Sie eine Ausbildung als Architekt, Bauingenieur oder Handwerker, die sie mit der Ausbildung zum Baubiologen erweitert haben. Sie eint der Wunsch nach einem anderen Bauen und renovieren. Nicht nach den Vorgaben der Bauindustrie, ohne Nachhaltigkeit , ohne Rücksicht auf die Natur oder die späteren Bewohner. Bauen nach dem gleichen Baukastensystem, ohne auf die Individualität der Bewohner einzugehen. Genau hier setzt ein Baubiologe an. Wer sich an den 25 Grundsätzen der Baubiologie bei seinem Handeln orientiert, der erlebt ein menschlicheres und natürlicheres Wohnumfeld.

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Grundsätzlich teilen sich die Aufgaben der Baubiologie in 3 Bereiche auf:

  • Die baubiologische Messtechnik

    Hier werden durch spezielle Messtechniken elektromagnetische Felder oder Strahlungen (Elektrosmog), aber auch Wasseradern oder erdmagnetische Felder ermittelt.
  • Die baubiologische Schadstoffanalyse

    Hier werden Schadstoffe wie z. B. Schimmelpilze, Formaldehyd, Asbest oder Radon (um nur einige zu nennen) ermittelt und Sanierungsmöglichkeiten erarbeitet
  • Die baubiologische Raumgestaltung

    Hier werden Räume nach natürlichen Regeln der Farbgestaltung, mit natürlichen Baustoffen und zur Erzielung eines gesunden Raumklimas gestaltet und renoviert


Wenn Sie die Wirkung von Wohnen und Gesundheit für sich erkannt haben und vor der Umsetzung eines neuen Projektes stehen, sollten Sie über die Hilfe eines Baubiologen nachdenken. Er kann Ihnen z. B. bei folgenden Aufgaben durch Beratung oder Planung helfen:

  1. Sie wollen ein neues Haus bauen!

    Dann ist die Frage nach dem richtigen Bauplatz, die Ausrichtung des Gebäudes, die Gestaltung des Umfeldes, besteht eine Gefährdung des Bauplatzes durch Radon, eine harmonische Gestaltung, die Minimierung von elektrischer Felder und Strahlung, eine nachhaltige Wassernutzung nur einige der Felder, die es zu bedenken gilt.

  2. Sie kaufen oder sanieren einen Altbau:

    Ist das Gebäude durch Schadstoffe (Asbest, Schimmel, VOC´s, Flammschutzmittel, etc) belastet, wie können nachhaltige Energieeinsparungen umgesetzt werden, wie kann durch die Sanierung ein positives Raumklima geschaffen werden. Wie kann man durch Veränderungen und Neugestaltungen ein harmonisches Wohnumfeld schaffen, natürliche, beruhigende oder anregende Farbgestaltungen entwerfen oder bei der Auswahl geeigneter Baustoffe beraten.


Der Baubiologe kann je nach seiner Vorbildung die Planung nach baubiologischen Grundsätzen ausführen, Analysen und Messungen durchführen, Um- und Ausbauleistungen erbringen und/oder entsprechende Maßnahmen aus baubiologischer Sicht begleiten.

Wie Sie sehen, spielt auch das Leben in Räumen eine wichtige Rolle für unsere Gesundheit. Und wie immer, wenn man jung und gesund ist, möchte man sich nicht mit solchen Themen auseinandersetzen. Wer kennt nicht den Spruch, „Man braucht 50 Jahre, um seine Gesundheit zu ruinieren, und den Rest, um sie wieder zu reparieren“. Vielleicht sollte man aber etwas sensibler werden. Wenn Sie regelmäßig Laufen gehen, um Ihre Leistungsfähigkeit zu steigern, aber nachts nicht gesund schlafen können, weil Elektrosmog oder Metall im Bett Ihren Schlaf stören, dann sollten Sie Ihre Gesundheit ganzheitlicher betrachten.

Wer schon jetzt gesundheitliche Probleme und nicht die genauen Ursachen kennt oder wer vorausschauend verhindern möchte, seine Gesundheit zu gefährden, wer die Sicherheit eines gesunden Wohnumfeldes sucht, dem kann ich, Marc-Alexander Kecker, als Baubiologe und Malermeister weiterhelfen.




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Warum Lehmputz gegen Schimmelbefall hilft! https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/lehmputz-gegen-schimmelbefall/ https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/lehmputz-gegen-schimmelbefall/#comments Wed, 01 Mar 2023 17:40:00 +0000 leistungen lehm schimmel schimmelbefall sanierung https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/lehmputz-gegen-schimmelbefall/ Weiterlesen

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Schimmelbefall in der Wohnung verursacht immer ein Schaudern und Unwohlsein. Da von Schimmelpilzen eine gesundheitliche Gefährdung ausgeht, sollte man alles versuchen, um ihre Entstehung zu vermeiden. Da ich auf meiner Internetseite ausführlich die Ursachen der Schimmelpilzbildung beschreibe, möchte ich nicht alles hier noch einmal erklären.

Wer sich für mehr Details interessiert, findet diese weiteren Informationen hier auf der Webseite.


Aber auf ein paar Punkte muss ich noch einmal eingehen, um zu erklären, warum man mit Lehm in der Wohnung die Schimmelgefahr verkleinert.

Damit es bei Ihnen idealerweise gar nicht erst zu einer solchen Situation kommt:

Schimmelbefall in der Wohnung kann mit den richtigen Materialien vermieden werden.


Eine häufige Ursache für die Bildung von Schimmelpilzen in Wohnräumen ist Feuchtigkeit, die an Decken- und Wandoberflächen kondensiert. Diese Feuchtigkeit entsteht z. B. beim Kochen oder Putzen und wird zuerst von der Raumluft aufgenommen. Je höher die Lufttemperatur, desto mehr Wasserdampf kann sie aufnehmen.

Und je mehr Feuchtigkeit in der Luft enthalten ist, desto mehr kann auch an kalten Wandstellen ausfallen bzw. kondensieren.

Ich versuche das mal konkret an einer Beispielrechnung zu erläutern:

Nehmen wir an, die Raumluft hätte eine Temperatur von 20 Grad Celsius.
Dann könnte Sie bei einer relativen Luftfeuchte von 100% 17,4 Gramm Wasser pro Kubikmeter aufnehmen.

Gehen wir weiter davon aus, wir hätten keine 100% Luftfeuchte, sondern nur 60%, dann würde die Luft 10,44 Gramm Wasser pro Kubikmeter enthalten.
Umgerechnet in Liter enthält 1 Kubikmeter Luft somit ca. 10 Milliliter Wasser.

Nehmen wir weiter an, dieser Kubikmeter Luft träfe jetzt auf eine Wand, die eine Temperatur von 0 Grad Celsius hat (was natürlich nicht realistisch ist, aber sehr anschaulich).

Jetzt käme es zur Kondensation. Warum? Ganz einfach.
Bei 0 Grad kann die Luft nur noch 4,2 Gramm Wasser pro Kubikmeter halten.
Jetzt trifft die warme Luft auf die kalte Wand und kühlt ab.
Nehmen wir an auf 0 Grad. Dann würde die Differenz von 10,44 Gramm zu den 4,2 Gramm, in unserem Fall 6,20 Gramm nicht mehr von der Luft getragen werden können und würde als Wasser auf der Wandoberfläche ausfallen.

Noch einmal, das Beispiel ist nicht ganz realistisch, aber so ist der Ablauf.

Das ausgefallene Wasser würde nun von der Wandoberfläche aufgenommen. Jetzt reichen die 6,2 Gramm noch nicht aus, um direkt Schimmel zu verursachen. Doch dieser Prozess läuft ja andauernd, solange die Oberflächentemperatur so niedrig ist und / oder die Luftfeuchte so hoch.


Wenn jetzt kurze Zeit später gelüftet wird und die Luftfeuchte wieder sinkt, könnte die Feuchtigkeit von der Wand wieder an die Raumluft abgegeben werden.

Leider wird aber nicht ausreichend gelüftet. Und so kondensiert immer mehr Feuchtigkeit an der kalten Stelle und der Bereich wird immer feuchter.

Jetzt ist an der Wand vielleicht auch noch eine Raufaser, die mit einer günstigen Dispersionsfarbe gestrichen wurde. Die günstige Dispersionsfarbe enthält viele günstige organische Füllstoffe als Ersatz für ein hochwertiges Pigment. Und diese Füllstoffe saugen jetzt schön die ganze Feuchtigkeit auf. Und genau jetzt schwebt eine Schimmelpilzspore vorbei und fällt auf diese feuchte organische Dispersionsfarbe.


Soll ich Ihnen sagen, wie sich diese Schimmelspore fühlt?

Wie All-Inclusive im 5 Sterne Hotel. Die will nicht mehr weg. Sie nistet sich ein und vermehrt sich, bis Sie die ersten schwarzen Flecken sehen.

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Noch einmal als kurze Zusammenfassung: zu viel Wasser auf einem organischen Untergrund führt zu Schimmelbildung!

Jetzt kommen wir zum Lehm und warum er uns bei der Verhinderung von Schimmelfällen helfen kann. Vielleicht stutzen Sie ja jetzt. Habe ich nicht gerade noch gesagt, Wasser auf einem organischen Untergrund führt zu Schimmelbildung? Ist Lehm nicht auch organisch?

Ja, Schimmel ist organisch. Und ja, auf Lehm kann auch gut Schimmel entstehen.

Trotzdem kann er verhindern, dass es in einem Raum schimmelt.

Für alle, die sich noch nicht mit Lehm als Baustoff beschäftigt haben, eine kurze Erläuterung seiner Fähigkeiten:

luftfeuchtigkeit regulierung lehmputz 01

Lehmputz besitzt ein großes Porenvolumen. Das heißt, in ihm sind lauter ganz feine Kanäle und kleine Hohlräume. Und an den Flächen dieser Kanäle und Hohlräume kann sich überall Feuchtigkeit anlagern. Es gibt kaum einen anderen Baustoff, der so eine Porosität aufweist. In Versuchen hat man festgestellt, dass er in 12 Stunden ca. 70 Gramm Luftfeuchte pro Quadratmeter aufnimmt. Ein Kalkputz nahm in der gleichen Zeit nur 23 Gramm und ein Maschinengipsputz sogar nur 10 Gramm auf. Alle Putze hatten die gleiche Schichtstärke von 20 mm.

Jetzt kommt noch hinzu, dass er die Luftfeuchtigkeit nicht nur schnell und in großer Menge aufnimmt, sondern er gibt sie auch schnell wieder ab. Diese Eigenschaft ist wichtig.

Um bei unserem Rechenbeispiel von vorhin zu bleiben, nehmen wir noch einmal folgende Situation:

Wir haben eine Küche mit einer Grundfläche von 12 m² und einer Raumhöhe von 2,50 m. Dieser Raum hat mit Küchenzeile ein Volumen von ca. 25 Kubikmeter.

Nehmen wir weiter an, eine lange Wand von 4,00 m wäre komplett Küchenzeile und Fliesenspiegel, dann kämen wir auf eine Wandfläche von ca. 22 Quadratmeter.

Wir nehmen wieder eine Lufttemperatur von 20 Grad Celsius, aber diesmal eine Luftfeuchtigkeit von 50% an. Dann befinden sich ca. 217 Gramm Wasserdampf in der gesamten Raumluft. Das sind umgerechnet in Liter ca. 0,21 ltr.

Nehmen wir jetzt an, die Küche wäre nur mit einem Maschinen-Gipsputz verputzt.

Wir erinnern uns: Ein Maschinen-Gipsputz, heute Standard in jeden Neubau, kann nach dem beschriebenen Versuch 10 Gramm Luftfeuchtigkeit pro Quadratmeter aufnehmen.

Wir hatten vorhin 22 m2 ermittelt, d. h. der Gipsputz kann ca. 220 gr. Luftfeuchtigkeit aufnehmen.

Wenn man nun die 217 gr. Luftfeuchtigkeit annimmt, die der Raum enthält, dann dürften nur noch 3 gr. dazu kommen, bevor der Gipsputz komplett mit Wasserdampf gefüllt wäre.

Jetzt wird es noch problematischer.

Denn wer hat einen unbehandelten Gipsputz in seiner Küche?

Ich habe noch keinen erlebt.

Heute kommt zusätzlich noch ein Malervlies darauf, am besten mit einem Kunststoff-Kleber angeklebt und mit einer pflegeleichten Kunststoff-Dispersionsfarbe gestrichen. Wer jetzt noch glaubt, der Gipsputz nimmt 10 gr. Luftfeuchtigkeit pro Quadratmeter auf, der irrt.

Wenn wir jetzt noch annehmen, Sie fangen an zu kochen und die Luftfeuchtigkeit steigt von 50 auf 65%, dann reden wir nicht mehr über 217 gr. in der gesamten Raumluft, sondern von 282,7 Gramm.

Nehmen wir nun an, Sie hätten keinen Maschinen-Gipsputz, sondern einen Lehmputz, dann könnte dieser bei gleichen Bedingungen 1.584 gr. Luftfeuchtigkeit aufnehmen, sprich 1,58 kg oder umgerechnet in Wasser ganze 1,58 Liter.

Also nimmt der Lehmputz fast 7 mal mehr auf, als der Gipsputz.

Auch die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit auf 65% wäre für den Lehmputz kein Problem.


Jetzt ist es aber so, dass die Luftfeuchtigkeit gar nicht so hoch würde, weil die Feuchtigkeit ja vom Lehmputz aufgenommen würde. Wenn Sie jetzt irgendwo eine kalte Stelle hätten, würde dort nicht die gleiche Menge Feuchtigkeit kondensieren, wie bei einem Gipsputz.

Und der Lehmputz sieht häufig ganz nebenher um einiges attraktiver aus.

Er ist auch haptisch um einiges ansprechender, da durch Zuschläge zum Material und eine spezifische Spachteltechnik eine weitaus angenehmere Oberflächenstruktur entsteht.


Ein weiteres gutes Beispiel ist die Geschichte vom beschlagenen Badezimmerspiegel.

Immer wieder erzählen Menschen in Internetforen, dass sie keinen beschlagenen Spiegel mehr haben, seit sie im Badezimmer Lehm haben. Hier sieht man sehr schön den Effekt.

Die Luftfeuchtigkeit kommt trotz duschen nicht in einen Bereich, dass sie an dem kälteren Glas des Spiegels kondensiert. Der ganze Lehm im Raum speichert die Feuchtigkeit.

An diesen Beispielen sieht man ganz gut, wie gut der Lehm Kondensation an kalten Stellen im Raum verhindert oder minimiert. Und wo kein Kondenswasser ausfällt, kann es auch nicht schimmeln.


Die Porosität des Lehms hat aber noch einen weiteren Effekt. Da das Wasser wie ein Schwamm aufgesogen wird, saugen die nicht mit Wasser gefüllten Poren im Lehmputz das Wasser immer weiter und verteilen es so schnell auf eine größere Fläche. So kommt es nicht zu einer partiellen Auffeuchtung, die ausreichen würde, damit Schimmel entsteht.

Natürlich würde der Lehm irgendwann auch anfangen zu schimmeln. Wenn man jetzt tagelang nicht mehr lüften würde, dann wäre die Menge Wasser irgendwann so hoch, dass sich Schimmel bildet.


Aber in der Regel wird ja gelüftet.


Auch wenn das Beispiel etwas sehr theoretisch ist, und Aspekte wie zwischenzeitliches lüften, eine Dunstabzugshaube oder der Luftaustausch zu angrenzenden Räumen nicht berücksichtigt wurde, sieht man, welche Wirkung die Wahl des richtigen oder falschen Baustoffes bewirken kann. Es gibt ja viele Gebäude mit einem Gipsputz, bei denen nie Schimmel entsteht. Aber bei entsprechenden Umständen halt schneller als bei einem Lehmputz.

Wir hatten in den 20 Jahren, in denen wir mit Lehmputzen arbeiten, noch keine großen Probleme. Wir haben Wohnungen, in denen es mehrere leichte Schimmelbelastungen gab, über diesen Weg schimmelfrei bekommen. Hier ist die Aufklärung und das Mitwirken der Bewohner allerdings sehr wichtig.

Wo ich besser keinen Lehmputz einsetzen würde, wäre im Keller eines Altbaus. Hier muss man immer von einer ständigen Feuchtebelastung ausgehen. Und diese Menge Feuchtigkeit kann der Lehm nicht aushalten. Hier würde es sehr schnell zu massiver Schimmelbildung kommen.

Falls Sie einen Schimmelbefall haben und jetzt darüber nachdenken, dagegen einen Lehmputz einzusetzen, sollte erst einmal Vorsicht walten lassen. Klären Sie genau ab, warum der Schimmel entstanden ist. Die Prozesse zur Schimmelentstehung sind sehr komplex und werden von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Sie sollten mit einem erfahrenen Fachmann sprechen und die Situation beurteilen lassen. Bei falscher Anwendung würde sehr schnell Schimmel entstehen.

Gerne helfen wir weiter und analysieren die Gegebenheiten. Nutzen Sie unsere verschiedenen Serviceangebote.




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Wie eine Lehmwand entsteht https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/wie-eine-lehmwand-entsteht/ https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/wie-eine-lehmwand-entsteht/#comments Mon, 22 Jun 2020 18:47:00 +0000 lehm unikate projekte kecker vor ort raumgestaltung design https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/wie-eine-lehmwand-entsteht/ Weiterlesen

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Nicht immer denkt man automatisch bei der Gestaltung seiner Räume an Lehm. In diesem Fall jedoch entwickelten Bauherr und Architekt die Idee, in dem großen Ess-/Küchenbereich in Langenfeld bei Leverkusen diese raumbeherrschende Wand hervorzuheben. Eigentlich ist das ganze Haus klassisch gespachtelt, mit Vlies beklebt und mit Dispersionsfarbe gestrichen. Doch diese Wand sollte anders werden.

So kam man auf mich und meinen Betrieb mit dem Wunsch zu, diese Wand mit Lehm zu gestalten. Da es sich um einen Neubau handelte, musste die Wand vorher mit einem Lehmunterputz verputzt werden. Außerdem sollte die Oberfläche einen Farbton haben, der ähnlich den Fensterrahmen war.

Gemeinsam entschieden sich der Kunde und der Architekt für den Lehmdekorspachtel Yosima von Claytec. So konnten wir beginnen, einen Farbton zu entwickeln und Muster für die Oberflächenqualität zu erstellen.

Einen Farbton herzustellen, ist dabei gar nicht so einfach, da man es hier nicht wie bei normalen Farben mit einer Flüssigkeit zu tun hat, wo man ein paar Tropfen zugibt, umrührt und man sieht den Farbton. Der Lehmspachtel Yosima ist ein Pulver, hat ein beschränktes Farbenspektrum und man sieht den Farbton erst, wenn das Material angerührt, aufgetragen und getrocknet ist.

Es mussten schon ein paar Musterplatten erstellt werden, bevor der endgültige Farbton endlich stand. Doch Bauherr und Architekt waren begeistert und entschieden sich für eine hochverdichtete und glatte Oberfläche.

So konnte es im Februar 2013 losgehen. Kurz nachdem die regulären Gipsputze aufgebracht und halbwegs getrocknet waren, konnten wir beginnen.

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Die Wand vor Beginn der Arbeiten.

Der Untergrund war schon eine kleine Herausforderung für uns. Wir sind ja „nur“ Maler und hatten zu diesem Zeitpunkt noch nicht soviel Erfahrung mit solchen Arbeiten. Und das Mischmauerwerk, der Kamin mit seinen Temperaturschwankungen und die millimetergenauen Anschlüsse an die Kühl– und Weinschränke machten uns schon einige Sorgen. Gerade die möglichen Rissbildungen in den Anschlüssen zum Kamin sind immer ein Risiko. Mehr dazu im späteren Verlauf.

Zuerst trugen wir eine mineralische Putzgrundierung auf die Steine auf, damit der Unterputz anschließend entsprechend halten konnte. Dieses spezielle Produkt bildet eine feste Verbindung mit dem Untergrund, sodass ihr auch eine wochenlange Feuchteeinwirkung (es dauert z.T. 3-4 Wochen bevor der Putz ausgetrocknet ist, je nach Rahmenbedingungen) nichts anhaben kann. Die Putzgrundierung ist mineralisch und blockiert auch nicht den Feuchtetransport durch das Mauerwerk.

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Die Wand ist mit einer speziellen mineralischen Grundierung vorgestrichen.

Damit alle Ecken schön gerade und lotrecht sind, mussten anschließend Eckschienen montiert werden. Hier musste man gerade beim Anschluss an den Kamin sehr genau arbeiten. Die Eckschienen werden auch dafür benötigt, die Schichtstärke des Unterputzes anzupassen.





Wenn alle Eckschienen fest montiert sind, kann die eigentliche Arbeit beginnen, das Auftragen des Lehmunterputzes. Da die Wand ca. 50 m2 groß war, war der Einsatz einer Putzmaschine nicht praktikabel. Die ganze Zeit für Aufbau, Reinigung und Abbau dauert länger, als die Zeit, die eingespart werden kann.

So musste der Lehm mit der Hand aufgetragen werden. Dafür kommt das Material in 30 kg-Säcken auf die Baustelle und wird dort dann maschinell angerührt. Nachdem der Lehm richtig angequollen ist, wird er mit Kelle und Glätter aufgetragen und geebnet.

Natürlich fällt auch mal das ein oder andere vom Glätter, sodass man auch schnell mal aussieht wie eine kleiner „Drecksspatz“. Das gute ist aber, dass Lehm nicht aggressiv ist und einfach ausgewaschen werden kann.

Was die Verarbeitung auch sehr angenehm macht, ist die Tatsache, dass er nicht wie Gips– oder Kalkputze erhärtet. In diesem Prozess findet eine natürlich chemische Reaktion statt, die zur Erhärtung des Putzes führt. Dieser kann auch nicht durch Wasserzugabe verlangsamt werden. Wenn man während der Erhärtungsphase Wasser zugibt, sinkt die Qualität des Putzes massiv.

Dies ist bei einem Lehmputz ganz anders. Dieser trocknet ausschließlich physikalisch, d.h. es verdunstet das Wasser und die Teile des Putzes verbinden sich zu einer Masse. Wenn man also eine große Fläche bearbeitet und man kommt in Zeitnot, kann man einfach etwas Wasser zumengen oder auf die Fläche geben, um den Trocknungsprozess zu verlangsamen. So kann man angemachtes Restmaterial gut auch am nächsten Tag weiter verarbeiten.

Sobald der Putz aufgetragen ist, wird die Fläche mit Putzlatten abgezogen und eingeebnet, sodass eine gerade Fläche entsteht.

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Zu Beginn des Berichtes bin ich ja schon einmal auf die Gefahren einer möglichen Rissbildung, vor allem im Bereich des Kamins eingegangen. Diese Gefahr ist immer sehr groß, wenn vor allem unterschiedliche Materialien zum Einsatz kommen und im Falle des Kamins auch noch Wärmeschwankungen dazu kommen.

Leider akzeptieren die wenigsten Kunden Rissbildungen in ihren Oberflächen. So gehen wir immer ein großes Risiko ein, wenn solche Konstellationen bearbeitet werden sollen.

Grundsätzlich betten wir immer ein Gewebe in den Putz ein. In dem Fall war es ein Glasseidengewebe, dass auch in der Wärmedämmung zum Einsatz kommt. Vielleicht stutzt hier der ein oder andere, da hier eher ein ökologisches Material erwartet wird. Dieser Gedanke ist natürlich richtig, doch muss man wissen, dass zu diesem Zeitpunkt nur ein Jutegewebe als Armierung zur Verfügung stand. Und wer schon einmal versucht hat ein Jutegewebe großflächig in einen Lehmputz einzubetten, der weiß, welche Schwierigkeiten damit verbunden sind. Das Gewebe zieht sich relativ schnell mit dem Putzwasser voll, wiegt danach gefühlt mehrere Kilos pro Quadratmeter und macht Probleme sich mit dem Putz zu verbinden. In einer Schulung habe ich erlebt, wie so eine 2,50 m lange Gewebebahn sich aus dem Putz gelöst hat und zu Boden fiel. Hier kann sich jeder gut vorstellen, warum nun ein modernes Glasseidengewebe zum Einsatz kommt. Mittlerweile gibt es ein Flachsgewebe mit guten Eigenschaften, nur leider hat dies auch einen 4x höheren Preis. Wer also lieber konsequent mit natürlichen Produkten arbeiten möchte, findet hier eine Lösung. Wobei ich finde, dass der ökologische Unterschied nicht so gravierend ist.

Um die Problematik der Übergänge am Kamin zu lösen, haben wir das Gewebe in drei Schichten eingebettet, sodass wir auch bis heute keine Rissbildungen in diesem Bereich vorfinden.

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Man erkennt sehr schön das eingebettete Armierungsgewebe.

Wenn der Unterputz aufgetragen und geebnet ist, muss er nun erst einmal trocknen, bevor er weiter bearbeitet werden kann. Meistens führen wir Lehmputze immer zweilagig aus, d.h. zuerst eine dickere Schicht Unterputz und anschließend eine dünnere Schicht Lehmfeinputz. Dies ist nötig, das die Lehmunterputze immer gröber sind. Sie enthalten gröbere Sande und z. T. auch Strohfasern. Dies benötigen sie, damit er in den größeren Schichtstärken aufgetragen werden kann. Dadurch lassen sich aber auch nicht so glatte Oberflächen herstellen. Wenn man z. B. den Lehmunterputz nur streichen möchte, könnte man die Fläche filzen, wobei die Strohfasern etwas hervorstehen. Wenn man eine solche Fläche streicht, sieht sie fast wie eine Raufasertapete aus.

Da wir in unserem Fall jedoch den Lehmspachtel Yosima als Schlußbeschichtung auftragen wollen, benötigen wir einen ganz ebenen Untergrund. Kleinste Unebenheiten führen schon zu Strukturunterschieden. Aus diesem Grund haben wir dann noch eine Schicht Lehmfeinputz aufgetragen und geglättet.

Da auch hierbei leichte Unebenheiten entstehen können, ist der Lehmfeinputz anschließend nach seiner Trocknung noch rabottiert worden. Das hört sich jetzt wahrscheinlich gefährlich an, ist es aber gar nicht. Rabottieren bedeutet einfach, das mit einem speziellen Rabottierbrett, das aussieht wie ein ausgeschnittenes Kellergitter über die Fläche gerieben wird, wobei Erhöhungen abgeschabt werden. Heute machen wir die mit einer speziellen Maschine, wodurch dieser Arbeitsschritt schneller und effektiver ausgeführt wird.

Der Untergrund ist nun vorbereitet, sodass die letzte Schicht, der Lehmdesignspachtel, in diesem Fall das Produkt Yosima der Firma Claytec ausgeführt werden kann.

Yosima ist ein sehr feines Produkt, dass in einer Schichtstärke von ca. 2-3 mm aufgetragen wird. Der Spachtel wird in Pulverform auf die Baustelle gebracht und dort mit Wasser angemischt. Es ist Teil des ökologischen Konzeptes dieser Produkte, dass man nicht Wasser, was überall in Deutschland verfügbar ist, mit hohem Energieaufwand durch die Gegend fährt.

Der Farbton ist in dem Moment schon gemischt. Dies geschieht in enger Kooperation mit unserem Händler oder wie in diesem Fall mischen wir den Farbton grammgenau aus den vorhandenen Basisfarbtönen.

Wie ich schon zu Beginn erzählte, haben wir in diesem Fall einen ganz neuen Farbton gemischt. Hier ist die genaue Rezeptur natürlich von großer Bedeutung, um später eventuell einmal Material nachzumischen.

Das Besondere an Yosima sind die feinen Lehme, die ausschließlich aus Tongruben weltweit kommen. Ihnen werden keine Pigmente beigemischt. Dadurch lässt sich der Spachtel auch sehr fein bearbeiten, sodass sehr feine Oberflächen entstehen.

Bei unserem Projekt haben wir uns noch zunutze gemacht, dass wir keinen Zeitdruck hatten und es sich um einen Neubau handelte.

Wir haben unseren Yosima-Spachtel in der vorhin schon beschriebenen Schichtstärke aufgetragen und dann mit Japanischen Lehmglättern verdichtet. Dies geschieht während der Trocknung des Materials.

Normalerweise sind wir nun nach einem Tag fertig und polieren nach Trocknung die Fläche vielleicht noch einmal oder bearbeiten sie mit einem Kaseinwasser. Hier jedoch haben wir die Oberfläche weitere 3 Wochen immer wieder mal bearbeitet. Dabei haben wir feine Tonbestandteile angelöst und erneut verdichtet. Dadurch wurde die Glätte erhöht und die Oberfläche bekommt eine interessantere Tiefe. Durch die Verdichtung werden auch die feinen Quarzbestandteile stellenweise freigelegt, sodass es zu Reflexen kommt. Nicht aufdringlich oder effekthaschend, aber interessant.

So entstand eine edle Wand, die die Architektur des ganzen Bereiches beherrscht ohne sie zu „erdrücken“. Der moderne Charakter der Räume wird nicht nur erhalten, sondern gesteigert.

Die Kunden sind super glücklich mit Ihrer Wand, die auch heute nach 7 Jahren immer noch ein echter Hingucker ist. Besonders freue ich mich über die Aussage des Kunden, dass er es bereut, nicht mehr Lehm im Haus eingesetzt zu haben. Ein besseres Lob kann ein Material nicht bekommen.

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Detailansicht der Yosima-Oberfläche.




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Betonwände - Zeitlose Unikate für jeden Stil https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/betonwand/ https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/betonwand/#comments Sun, 14 Jun 2020 14:24:00 +0000 beton unikate design urban leistungen modern https://www.kecker-raumgestaltung.de/blog/betonwand/ Weiterlesen

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Die Allzeit-Trendoberfläche der letzten Jahre ist ganz klar:

Beton!


Beton steht für moderne Architektur und modernes Design. Er wirkt je nach Ausführung ein Stück archaisch und bietet so einen spannenden Kontrast zu edlen Materialien wie Holz und Metallen, oder monochrom gestrichenen Wänden.

Bisher konnte man Beton jedoch nur direkt beim Neubau einplanen. Ein späterer Stilwechsel schien unmöglich. Doch was tun, wenn der Trend einem auch für die eigenen vier Wände oder das Büro gefällt?


Raum mit Betonwand in monochromem Stil. Präsentation monochromer Kleidung auf schwarzem Metallregal.


Wir haben die Lösung!

Unser Partner Frescolori hat vor einigen Jahren die Oberfläche Frescoton entwickelt, die mittlerweile sogar mit dem RedDot-Design-Award ausgezeichnet wurde.

Frescoton wirkt wie eine Schalbeton-Oberfläche, mit Schalfeldern, Stegen und je nach Wunsch auch Montageelementen. So arbeiten Sie Ihren individuellen urbanen Stil auch noch im Nachhinein problemlos in Ihren Raum ein.

Auch unsere Strukturspachtel "Concrete" wirkt wie ein roh gegossener Beton ohne jeden Dekor. Einfach Concrete!


Gerne vereinbaren wir mit Ihnen einen Termin zu einer persönlichen Beratung. Gemeinsam finden wir heraus, welcher Beton am besten zu Ihnen passt und setzen Ihren Wunschstil in die Tat um!


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In unseren Texten wird zur Vereinfachung der Lesbarkeit, auch im Lesefluss per Screenreader, und aufgrund der allgemeinen Gewöhnung für alle Interessierten aktuell oft das generische maskulin verwendet. Unsere Inhalte richten sich jedoch grundsätzlich immer an alle Personen jeglicher Orientierung und Selbstidentifikation und soll nicht dem Ausschluss verschiedenster Menschen dienen. Unsere Kundschaft wird von uns immer individuell gemäß eigener Wünsche und Bedürfnisse beraten und betreut.

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